Schöne Seen in der Gardaseeregion
Für die schönsten Gardasee-Alternativen musst du gar nicht lange suchen. Rund um den Gardasee verstecken sich kleine Bergseen, die mit türkisem Wasser, wildem Bergpanorama und Ruhe punkten – und das oft nur 20 bis 60 Minuten vom Gardasee entfernt. Was sie alle gemeinsam haben: weniger Touristen, günstigere Unterkünfte und Campingplätze, an denen du auch in der Hauptsaison noch spontan einen Platz mit Seeblick bekommst.
Ob du einen See zum Baden, Windsurfen, Wandern oder einfach Durchatmen suchst – in der Gardaseeregion ist für jeden Geschmack etwas dabei. Ich zeige dir hier meine persönlichen Favoriten.
1. Ledrosee – das smaragdgrüne Juwel neben dem Gardasee

Ich beginne mit einem See, der nur einen Steinwurf vom Gardasee entfernt ist: der Ledrosee (Lago di Ledro). Von Limone, einem der schönsten Orte am Gardasee, brauchst du mit dem Auto nur etwa 30 Minuten.
Der viel kleinere Ledrosee verzaubert mit türkisem Wasser und tollen Buchten in traumhafter Lage. Auch zum Campen ist der Ledrosee perfekt. Mit etwas Glück findest du sogar in der Hauptsaison auf einem der drei Campingplätze am Ledrosee noch relativ spontan einen Platz mit Blick aufs Wasser – am Gardasee ein Ding der Unmöglichkeit. Und die Preise sind spürbar günstiger als direkt am Gardasee, sowohl für Camping als auch für Ferienwohnungen.
Wenn dir am Gardasee zu viel Trubel ist und du etwas mehr Ruhe suchst, ist der Ledrosee die perfekte Alternative. Du kannst am Ledrosee baden oder, wenn du es sportlicher magst, den See zu Fuß oder mit dem Rad umrunden. Außerdem gibt es rund um den Ledrosee viele spektakuläre Bergwanderungen.
Was kaum jemand weiß: Am Seeufer in Molina di Ledro befindet sich ein Pfahlbauten-Museum (Museo delle Palafitte del Lago di Ledro), das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Über 4.000 Jahre alte Pfahlbauten wurden hier im See entdeckt. Außerdem liegt der Ledrosee im UNESCO-Biosphärenreservat Alpi Ledrensi e Judicaria – das Wasser ist so klar, dass du bis auf den Grund siehst.
Sehenswürdigkeiten am Gardasee
2. Tennosee – der türkisblaue Geheimtipp oberhalb von Riva

Eine andere Alternative zum Gardasee ist der nur 20 Minuten entfernte Tennosee (Lago di Tenno). Schon von oben ist der kleine Tennosee wunderschön – kaum zu glauben, dass so ein See so nah am Trubel des Gardasees liegt. Ringsum den See findest du weiße Schotter-Uferbänke (keinen Sand oder Rasen, daher Badeschuhe mitbringen!), die zum Sonnenbaden einladen. Der See ist recht kalt – im Sommer aber eine perfekte Abkühlung!
Der Tennosee liegt in fast unberührter Natur unterhalb des 1.803 Meter hohen Monte Misone. Dank der schönen türkisen und fast schon ins Hellblaue gehenden Farbe nennen die Einheimischen den See auch Lago Azzurro. Bei niedrigem Wasserstand kannst du sogar zu der kleinen Insel im See, der Isola di Tenno, laufen. Nur wenige Gehminuten entfernt liegt außerdem das autofreie Bergdorf Canale di Tenno, das mit seinen mittelalterlichen Gassen offiziell zu den schönsten Dörfern Italiens (Borghi più belli d’Italia) zählt.
Cafés am See oder Toiletten suchst du allerdings vergeblich. Es gibt einen Abschnitt extra für Hunde. Der Tennosee ist also auch eine gute Gardasee-Alternative für Hundehalter. Ganz in der Nähe des Sees gibt es einen schönen Campingplatz. Außerdem sind Ferienwohnungen und Hotels in der Umgebung nicht ganz so teuer wie die Unterkünfte am nahen Gardasee.
3. Molvenosee – der spektakulärste Bergsee im Trentino

Der Molvenosee (Lago di Molveno) liegt auf 800 Metern Höhe in einer spektakulären Berglandschaft und ist nur rund eine Stunde vom Gardasee entfernt. Eingeschlossen zwischen den Brenta-Dolomiten und dem Paganella-Massiv, erwartet dich hier einer der schönsten Bergseen der Region.
Entstanden ist der See vor rund 3.000 Jahren, als sich ein gewaltiger Erdrutsch löste und die Bergbäche im Tal aufstaute. Am Nordufer des Bergsees gibt es zahlreiche Hotels, Ferienwohnungen und einen großen Campingplatz direkt am Wasser. Zudem erwartet dich ein langer Kieselstrand, grüne Liegewiesen, Restaurants, Kinderspielplätze, ein Minigolf- und Tennisplatz uns einiges mehr.
Du kannst den See auch mit dem Boot erkunden und dir etwa ein Tretboot ausleihen. Oder du verbringst den Tag auf dem SUP. In Molveno selbst pulsiert das Urlauberleben in den Gassen des historischen Ortskerns.
4. Caldonazzosee – der wärmste Badesee im Trentino

Einen See, der so warm ist wie das Mittelmeer und trotzdem von den Dolomiten umrahmt wird? Das ist der Caldonazzosee (Lago di Caldonazzo), eine der besten Gardasee-Alternativen im Trentino. Nur rund eineinhalb Stunden vom Gardasee entfernt liegt er im Valsugana-Tal, südlich von Trient.
Was den Caldonazzosee besonders macht? Das Wasser erwärmt sich im Sommer auf bis zu 26–28 Grad. Damit gehört er zu den wärmsten Seen Norditaliens. Direkt daneben liegt sein kleiner Bruder, der Levicosee (Lago di Levico), der etwas ruhiger und beschaulicher ist – ideal, wenn du klassisches Strandfeeling ohne Trubel suchst.
Rund um den Caldonazzosee gibt es lange Uferpromenaden, Leihräder, Wassersport wie Segeln und Windsurfen, und einen gut ausgebauten Radweg durch das Valsugana-Tal, der etwa 52 Kilometer lange Valsugana-Radweg, auch bekannt als Via del Brenta. Direkt am Seeufer gibt’s Restaurants, Cafés und Campingplätze. Für Familien mit Kindern ist der Caldonazzosee perfekt: warmes Wasser, an vielen Stellen ein flacher Einstieg und kurze Wege.
5. Idrosee – der wilde Geheimtipp für Aktivurlauber

Eine andere Alternative ist der Idrosee (Lago d’Idro), nur eine halbe Stunde vom Örtchen Salò am Gardasee entfernt. Eingebettet zwischen grünen Berghängen, wirkt der Idrosee wilder und naturbelassener als sein großer Nachbar – mit einer fast fjordartigen Anmutung.
Der Idrosee erreicht im Sommer 20–24 Grad Wassertemperatur und damit etwa so warm wie der Gardasee. Besonders beliebt ist der See bei Surfern, Seglern und Kitern. Zur Mittagszeit gibt es am Idrosee oft gute Windverhältnisse. Aber auch Wanderer kommen am Idrosee auf ihre Kosten: Rund um den Bergsee gibt es viele tolle Wanderungen.
Die süßen Örtchen und Badestrände rund um den See laden zum Verweilen ein. Du findest rund um den See auch einige schöne Cafés und Restaurants, insgesamt ist das Angebot aber relativ überschaubar. Massentourismus sucht man hier also vergeblich. Das gilt auch für Hotels und Ferienwohnungen. Dafür gibt’s direkt am Ufer mehrere schöne Campingplätze.
Wie wäre es, den Idrosee aus der Luft zu sehen? Dann empfehle ich dir einen Tandem-Gleitschirmflug* über den Lago d‘ Idro.
6. Iseosee – der kleine Bruder des Gardasees

Der Iseosee (Lago d’Iseo oder Sebino) ist der viertgrößte der oberitalienischen Seen und nur rund eine bis eineinhalb Fahrstunden vom Gardasee entfernt. Genau wie den Gardasee kannst du den Iseosee trotz der oftmals steilen Felswände komplett umfahren – das macht ihn zu einer super Alternative für Rennradfahrer.
Mit gerade einmal 65 Quadratkilometern ist der Iseosee deutlich kleiner als der Gardasee. In seiner Mitte liegt die Monte Isola, die größte bewohnte Binneninsel Europas. Auf der Insel gibt es keine Autos, was die Umrundung – zu Fuß oder mit dem Fahrrad – zu einem echten Vergnügen macht. Dazu begeistert der Iseosee mit schönen Stränden, hübschen Uferpromenaden und der im Süden des Sees angrenzenden Weinbauregion Franciacorta. Für Genießer und alle, die weg wollen vom Massentourismus am Gardasee, ist der Iseosee die perfekte Alternative.
7. Cavedinesee – der Windrevier-Geheimtipp im Valle dei Laghi

Der Cavedinesee (Lago di Cavèdine) liegt im Valle dei Laghi – dem „Tal des Windes“ –, ungefähr 15 Kilometer vom Gardasee entfernt. Klar, dass der Cavedinesee bei Windsurfern beliebt ist. Aber auch SUPs und Kanus siehst du auf dem Bergsee viele. Und wer seinen ersten Segelkurs machen möchte, ist im Windvalley Surfcenter (Website) genau richtig.
Das Klima ist durchaus mediterran. Der Bergsee ist von einem spektakulären Bergpanorama umgeben – du blickst auf den Monte Bondone, den Monte Casale, den Monte Gazza-Paganella und bei guter Sicht auf die Brenta-Dolomiten.
Zum Baden ist der Cavedinesee allerdings nur bedingt geeignet. Das Wasser ist auch im Sommer recht kalt, zum anderen gibt es nur ganz im Süden am Ostufer (Parco fluviale della Sarca) eine Wiese mit Seezugang und Bootssteg. Dafür findest du hier Picknickbänke und Tische in toller Kulisse. Brot, Käse und Wein nicht vergessen!
Ein Tipp ist auch der Campingplatz Camping Le Marocche (Website) mitten in den Weinbergen im Süden des Sees.
8. Lago di Valvestino – das wildeste Naturjuwel der Region

Der Lago di Valvestino ist ein kaum bekanntes Naturjuwel ganz in der Nähe des Gardasees. Die Lage des Stausees – die Staumauer ist übrigens 124 Meter hoch – ist atemberaubend. Oberhalb des Sees verläuft eine enge kurvige Straße, die bei Motorradfahrern und Rennradfahrern gleichermaßen beliebt ist. Lohnenswert ist es auch, den See mit dem Cabrio zu erkunden.
Zum Baden ist der Bergsee aber nicht geeignet. Das Ufer ist sehr steil und es geht gleich tief in das kalte Wasser. Zudem gibt es an dem See keine Strände oder Badebuchten. Wenn du dich trotzdem abkühlen willst, gibt es an der Straßenbrücke einen steilen Trampelpfad hinab zum Seeufer. Hier habe ich mich kurz ins eiskalte Wasser getraut. Für sehr gute Schwimmer, die Ruhe vom Touristentrubel am Gardasee suchen, ist der See aber sicher interessant. Für Familien mit Kindern ist nur der Blick von oben zu empfehlen.
Gardasee-Alternativen in ganz Europa
Es muss nicht unbedingt die Gardasee-Region sein? Vielleicht suchst du einfach Gardasee-Flair in einer ganz anderen Region oder in einem anderen Land. Hier stelle ich dir weitere Gardasee-Alternativen für den perfekten Urlaub vor.
9. Ortasee – der romantischste Geheimtipp Norditaliens

Der Ortasee (Lago d’Orta) ist einer der unbekanntesten und gleichzeitig romantischsten Seen Norditaliens. Er liegt im Piemont, westlich des Lago Maggiore (dazu gleich mehr) und damit ein ganzes Stück weiter vom Gardasee entfernt als die bisher genannten Seen. Aber er ist die Reise absolut wert.
Was den Ortasee von allen anderen unterscheidet, ist seine Stimmung. Auf drei Seiten umgeben ihn dicht bewaldete Berghänge, das Wasser ist azurblau und von hervorragender Qualität. Statt großer Hotelanlagen und Touristenrummel dominieren hier kleine Pensionen, historische Ortskerne und familiäre Restaurants, die frischen Seefisch servieren. Der Ort Orta San Giulio auf einer Halbinsel am Ostufer zählt zu den schönsten Dörfchen Norditaliens. Dich erwarten enge Gassen, Plätze aus dem Mittelalter und uralte Häuserfronten.
Das Herzstück des Sees ist die kleine Insel San Giulio, die du von Orta aus in wenigen Minuten mit dem Boot erreichst und auf der eine beeindruckende Basilika steht. Ruhig ist es dort auch. Fast schon meditativ. Wanderer finden rund um den See viele schöne Wege, und wer Höhenluft mag, wandert oder fährt mit Rad oder Auto auf den Mottarone (1.491 Meter) – mit Panoramablick auf den Ortasee und den Lago Maggiore gleichzeitig.
10. Lago Maggiore – der Klassiker mit Stil

Der Lago Maggiore (Langensee) liegt rund zwei Stunden vom Gardasee entfernt. Was ihn vom Gardasee wirklich unterscheidet: Der Lago Maggiore ist eleganter, ruhiger und internationaler. Er liegt zum Großteil in Italien (Piemont und Lombardei), der Norden gehört zur Schweiz. Das Beste: Im Vergleich zum Gardasee ist er deutlich weniger überlaufen, und das bei einer ähnlich spektakulären Kulisse.
In Stresa auf der Westseite des Sees erwarten dich Belle-Époque-Hotels, eine lange Seepromenade und der direkte Blick auf die Borromäischen Inseln. Die bekannteste ist die Isola Bella mit ihrem barocken Palazzo Borromeo und dem spektakulären Terrassengarten. Stresa ist kein Ort für Backpacker, sondern für alle, die sich einen Hauch Grandezza gönnen wollen. Ein Cappuccino am Ufer kostet etwas mehr als anderswo, ist aber jeden Cent wert.
Wer es ruhiger mag, fährt nach Cannobio, ein malerisches Städtchen an der Grenze zur Schweiz mit einem bunten Wochenmarkt, einem mittelalterlichen Ortskern und einem der schönsten Canyons der Region gleich ums Eck: der Orrido di Sant’Anna, eine wilde Schlucht, in der ein Bach durch enge Felswände donnert.
Auf der Schweizer Seite des Sees liegt Locarno. Die Piazza Grande ist im Sommer Austragungsort des Locarno Film Festivals, eines der ältesten und renommiertesten Filmfestivals der Welt. Du sitzt unter freiem Himmel, die Filme laufen auf einer Riesenleinwand – unvergesslich. Direkt über der Stadt thront das Santuario della Madonna del Sasso, eine Wallfahrtskirche mit Panoramablick auf den See und die umliegenden Berge.
Outdoor-Begeisterte finden rund um den See unendlich viele Möglichkeiten, von spektakulären Bergwanderungen bis zu Mountainbike-Trails. Besonders empfehlenswert: die lange Wanderung auf den Mottarone von Stresa aus (rund 16 Kilometer). Du erreichst den Gipfel aber auch mit dem Auto, falls die Beine streiken.
Am Lago Maggiore erwarten dich außerdem traumhaft schöne Badestrände und Badebuchten. An einer der vielen Uferpromenaden kannst du Kaffee und Kuchen genießen oder den Abend mit einem kühlen Drink ausklingen lassen.
Sehenswürdigkeiten am Lago Maggiore
11. Comer See – Filmkulisse, Dolce Vita und Villen-Glamour

Der Comer See (Lago di Como oder auch Lario, von seinem römisch-lateinischen Namen Larius Lacus) ist die Gardasee-Alternative für alle, die es eine Spur dramatischer, glamouröser und verträumter mögen. Umgeben von steilen, bewaldeten Bergflanken, gesäumt von prachtvollen Jugendstilvillen und durchzogen vom Glitzern eines der tiefsten Seen Europas. Die Form des Sees ist einzigartig: Drei Arme strecken sich wie ein umgekehrtes Ypsilon ins Gebirge.
Der Comer See war Drehort von Filmklassikern wie „Casino Royale“ und „Star Wars – Angriff der Klonkrieger“ und George Clooney verbringt seine Sommer übrigens oft in der Villa Oleandra im Örtchen Laglio.
Eines der Highlights ist Como im Süden mit der schönen Altstadt. Von Como nimmst du am besten das Fährschiff – das ist am Comer See das Fortbewegungsmittel schlechthin und um Längen entspannter als Autofahren auf den engen Uferstraßen. Dein erstes Ziel sollte Bellagio sein, das auf der Halbinsel zwischen den drei Seearmen liegt und als die „Perle des Sees“ gilt. Enge Gassen, blumengeschmückte Treppengassen und Cafés mit Seeterrassen.
Ebenfalls empfehlenswert: Varenna auf der Ostseite des Sees, deutlich ruhiger als Bellagio und mit einer der schönsten Uferpromenaden überhaupt, sowie Menaggio und Tremezzo auf der Westseite.
Baden geht am Comer See natürlich auch. Wanderfreunde empfehle ich den Sentiero del Viandante (45 Kilometer), einen historischen Wanderweg entlang des Ostufers, der mit traumhaften Ausblicken auf den See und die Bergwelt belohnt. Und wer mit dem Rennrad unterwegs ist: Die Pässe rund um den Comer See gehören zu den schönsten Fahrradstrecken Norditaliens.
Sehenswürdigkeiten am Comer See
12. Luganersee – mediterranes Flair zwischen Italien und der Schweiz

Es gibt Seen, die du sofort liebst. Der Luganersee (Lago di Lugano oder Ceresio) ist so einer. Dich erwarten glitzerndes Wasser, hohe Berge, mediterrane Vegetation und eine ganz besondere Leichtigkeit. Übrigens: Der See ist liegt zum Großteil auf Schweizer Seite im Kanton Tessin und nur zu gut einem Drittel auf Italienischer Seite, was bedeutet, dass du je nach Uferseite entweder mit Euro oder Schweizer Franken zahlst.
Das Herz des Luganersees ist die Stadt Lugano. Das Klima in Lugano ist erstaunlich mild – Palmen, Oleander und Magnolienbäume säumen die Seepromenade. Natürlich kannst du auch einfach nur Baden. Zwei Ausflüge lohnen besonders. Das Fischerdörfchen Gandria verzaubert mit engen Gassen, alten Häusern und türkisem Wasser. Dann ist da noch Morcote, offiziell eines der schönsten Dörfer der Schweiz.
Der Luganersee ist von Bergen umgeben. Der Monte Bré (925 Meter) ist Luganos Hausberg und mit einer historischen Standseilbahn erreichbar. Wer mehr will, fährt mit der Zahnradbahn von Capolago auf den Monte Generoso (1.704 m), einer der bekanntesten Aussichtsberge am Luganersee.
Kaum jemand weiß es: Der Monte San Giorgio, ein Berg am Südostufer des Luganersees auf der Schweizer Seite, zählt seit 2003 zum UNESCO-Weltkulturerbe – wegen seiner außergewöhnlich gut erhaltenen Fossilienfunde aus dem Mitteltrias vor 245 bis 230 Millionen Jahren.
Sehenswürdigkeiten am Lugeneraee
13. Genfersee – der unterschätzte Gigant in den Alpen

Den Genfersee haben wohl nur wenige als Alternative zum Gardasee auf dem Radar. Dabei ist der halbmondförmige Alpensee, gelegen auf der Grenze zwischen der Schweiz und Frankreich, mit 580 Quadratkilometern der größte See Westeuropas und damit deutlich größer als der Gardasee.
Zu den Highlights gehört Genf mit dem berühmten Wasserstrahl Jet d’Eau. Rund um den Hafen reihen sich Promenaden, Uhrengeschäfte und Restaurants. Dann Lausanne, die wohl schönste Stadt am See. Terrassenartig über dem Wasser gebaut, mit einer mittelalterlichen Altstadt und dem Olympischen Museum. Die Palmenpromenade, das milde Mikroklima und die dahinter aufragende Bergkulisse der Dents du Midi machen Montreux zum mondänsten Ort am See. Die Stadt ist weltberühmt durch das Montreux Jazz Festival.
Südlich von Montreux thront das Château de Chillon über dem See – ein mittelalterliches Schloss auf einem Felsen, das wie eine Filmkulisse aussieht. Es ist das meistbesuchte historische Denkmal der Schweiz.
Zwischen Lausanne und Montreux fallen die Hänge in Terrassen zum Wasser ab. Das ist das Weinbaugebiet Lavaux, seit 2007 UNESCO-Weltkulturerbe. Die Weinberge wurden im 11. Jahrhundert von Mönchen angelegt. Heute reift hier der Chasselas, ein trockener Weißwein, der außerhalb der Region kaum bekannt ist, weil die Schweizer den Wein lieber selbst trinken.
Die französische Seite wird von deutschsprachigen Urlaubern kaum besucht – ein Fehler. Évian-les-Bains, bekannt durch das gleichnamige Mineralwasser, ist ein wunderschöner Kurort mit Belle-Époque-Architektur, Casino und einem langen Seestrand. Ein Tipp ist auch das mittelalterliche Dörfchen Yvoire, offiziell eines der schönsten Dörfer Frankreichs.
Auch Strände gibt es am Genfersee reichlich. Über dem See thront außerdem die Rochers-de-Naye (2.042 m), die du mit einer historischen Zahnradbahn von Montreux aus erreichst. Oben angekommen: Alpenpanorama, Murmeltiere und an klaren Tagen ein Blick bis zum Mont Blanc.
Sehenswürdigkeiten am Genfersee
14. Bodensee – die beste Alternative direkt vor der Haustür

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Der Bodensee ist die Gardasee-Alternative, die die meisten deutschen Urlauber schlicht vergessen, obwohl er für viele von euch näher liegt als der Gardasee. Noch dazu ist der Bodensee viel größer als der Gardasee. Was der Gardasee hat: die dramatischere Bergkulisse am Ufer und wärmeres Wasser. Am Bodensee geht es landschaftlich sanfter zu.
Ein Highlight auf deutscher Seite ist Meersburg. Das mittelalterliche Städtchen klebt regelrecht an einem Steilhang mit der Burg Meersburg. Die Region gehört zu den besten Weinlagen Badens. Die Müller-Thurgau- und Spätburgunder-Weine sind unterschätzte Geheimtipps. In der Nähe von Konstanz liegt die Insel Mainau, die eine der schönsten Garten- und Parkanlagen Deutschlands beherbergt.
Wer auf die österreichische Seite fährt, landet in Bregenz. Die Stadt ist bekannt für die Bregenzer Festspiele. Jedes Jahr im Juli und August ist das ein spektakuläres Erlebnis, für das die Karten meist Monate im Voraus ausverkauft sind.
Auf Schweizer Seite lädt das historische Arbon mit seinen Fachwerkhäusern zum Verweilen ein. Und weiter westlich, wo der Rhein das Bodensee-Becken verlässt, liegt mit Stein am Rhein ein mittelalterliches Städtchen von fast unwirklicher Schönheit.
Für Radfahrer ist der Bodensee ein Paradies. Der Bodensee-Radweg umrundet den See in sechs bis acht Etappen auf rund 260 Kilometern – einer der beliebtesten Radwege Deutschlands, größtenteils flach, gut ausgeschildert und mit unzähligen Möglichkeiten, die Räder auf die Fähre zu stellen und die Seiten zu wechseln.
Auch Bademöglichkeiten gibt es am Bodensee im Überfluss, von gepflegten Freibädern in Konstanz und Friedrichshafen bis zu ruhigen Naturstränden.
Sehenswürdigkeiten am Bodensee & die schönsten Seen in Deutschland
🗺️ Karte mit den besten Gardasee-Alternativen
Auf unserer interaktiven Karte findest du die besten Gardasee-Alternativen im praktischen Überblick:
❓ Häufige Fragen zu den Gardasee-Alternativen
❓ Welcher See liegt direkt neben dem Gardasee?
Der nächste See neben dem Gardasee ist der Tennosee (Lago di Tenno), nur etwa 20 Minuten entfernt. Ebenfalls in unmittelbarer Nähe liegt der Ledrosee (Lago di Ledro), rund 30 Minuten von Limone sul Garda entfernt. Beide sind deutlich kleiner und ruhiger als der Gardasee, begeistern aber mit türkisem Wasser und einer traumhaften Bergkulisse.
❓ Was ist ein Geheimtipp in der Nähe vom Gardasee?
Mein persönlicher Geheimtipp ist der Tennosee – weniger bekannt, mit einem türkisblauen Wasser, das sich fast ins Hellblaue zieht, und weißen Schotter-Uferbänken in fast unberührter Natur. Cafés gibt es nicht, Toiletten auch nicht – dafür mehr Ruhe und eine Kulisse, die du so schnell nicht vergisst. Ebenfalls ein Tipp: der Cavedinesee im Valle dei Laghi, ideal für Windsurfer und SUP-Fahrer.
❓ Welche Gardasee-Alternative ist am günstigsten?
Die günstigste Alternative in direkter Nähe ist der Ledrosee. Unterkünfte und Campingplätze kosten hier weniger als am Gardasee, die Kulisse ist aber nicht weniger spektakulär.
❓ Welcher See in der Nähe vom Gardasee ist am wärmsten?
Der Caldonazzosee im Trentino erwärmt sich im Sommer auf bis zu 26–28 Grad und gehört damit zu den wärmsten Seen Norditaliens überhaupt. Auch der Idrosee erreicht im Sommer bis zu 24 Grad. Der Tennosee und der Ledrosee sind dagegen kühler – im Sommer aber eine perfekte Erfrischung.
❓ Welcher See eignet sich als Gardasee-Alternative für Familien?
Für Familien mit Kindern empfehle ich besonders den Caldonazzosee (sehr warmes Wasser, flacher Einstieg, gute Infrastruktur).







